Eine kleine Hilfe für Gasteltern

Wir laden Tschernobylkinder ein

Seit 1991 bis heute (2013) kamen über unsere Initiative ca. 6000 weißrussischen Kinder zur 4-wöchigen Erholung in Gastfamilien nach Schleswig – Holstein. Kinder, die in Regionen aufwachsen müssen, die auch immer noch, nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986, radioaktiv belastet sind. Auch heute noch brauchen diese Kinder den Erholungsaufenthalt bei uns dringend zur Stabilisierung ihrer geschwächten Gesundheit. Eine Tatsache, die vielen Menschen bei uns nicht mehr bewusst ist, da sie sich nicht vorstellen können, dass eine radioaktive Verseuchung diesen Ausmaßes ein Problem über Generationen darstellt.

Zwischen den Gastfamilien und den Gastkindern, einschließlich deren Familien, entwickelt sich oft sehr schnell ein gutes und herzliches Verhältnis. Zur Vorbereitung auf den Erholungsaufenthalt ist es aber hilfreich, sich über die allgemeine Lebenssituation der Kinder zu informieren. Diese Kinder kommen zu uns als kleine Botschafter eines Landes, das bei uns noch wenig bekannt ist und dessen soziale, politische und wirtschaftliche Verhältnisse stark von den unsrigen abweichen.

Nach Perestrojka und Glasnost hat sich die ökonomische Situation in Belarus zunehmend und dramatisch verschlechtert: wachsende Inflationsraten und Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne, Versorgungsengpässe, ein marodes Gesundheitssystem.

Entsprechend ist die gesamte Lebenslage der meisten Familien bedrückend. Die gesundheitlichen Schäden der Kinder nehmen vor allem durch die ständige Aufnahme radioaktiv belasteter Nahrung zu und werden durch unzureichende medizinische Versorgung noch verstärkt. Armut, beengte Wohnverhältnisse, unzulängliche und/oder einseitige Ernährung, Krankheitsanfälligkeit, politische Repressalien durch Bürokratisierung, staatliche Überwachung und eingeschränkte Meinungsfreiheit, Zukunftsängste (besonders Angst vor Arbeitslosigkeit und Krankheit), kennzeichnen den Alltag vieler Familien. Etliche von ihnen zerbrechen daran: Die Scheidungszahl ist sehr hoch, der Alkoholmissbrauch ist ein zunehmendes Problem. So muss man damit rechnen, dass das Gastkind vielleicht schon viel Trauriges und Negatives erlebt hat.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht schwer zu ermessen, wie nötig ein „Tschernobylkind“ den Aufenthalt bei uns hat: Es braucht Erholung für Körper und Seele.

Aus unserer langjährigen Erfahrung mit vielen Gastfamilien haben wir zusammengestellt, was das 4-wöchige Zusammenleben mit dem jungen Gast erleichtert, und vielleicht bei noch unentschlossenen, potentiellen Gastfamilien die Entscheidung, auch einmal ein oder zwei Kinder aufzunehmen, Erwartungsängste vor dem Unbekannten abbaut.

Dazu gehören:
– Eine entspannte Familienatmosphäre. Dazu zählt auch die Vorbereitung der eigenen Kinder auf die zeitlich begrenzte neue Familiensituation.
– Zuwendung, Vertrauen und die Vermittlung von Sicherheit.
– Aber –falls erforderlich- auch Ermahnung und Konsequenz.
– Regelmäßiger Kontakt mit den heimischen Betreuern und den anderen Kindern der Kindergruppe.
– Interesse am Heimatland des Kindes. Hierzu bieten wir auf Wunsch auch Informationen an.

Wichtige Aspekte der Erholung:
– Soviel frische Luft wie nur möglich, auch bei nicht so gutem Wetter !!
– Sinnvolle Freizeitgestaltung: zusätzlich zu dem Programm, das für die gesamte Gruppe angeboten wird (vom Verein/Ortsgruppe organisiert): Spielen, Bewegung in frischer Luft, Schwimmbadbesuch. Achtung: Viele Gastkinder behaupten zwar, sie könnten schwimmen, Kontrolle erforderlich, sie können es oft nicht!! Fernsehen so wenig wie möglich, das haben sie zu Hause im Überfluss!
– Ausreichend Schlaf: etwas, was zuhause, bedingt durch die beengten Wohnverhältnisse, ständig laufendem Fernseher und Schulunterricht teilweise bis in die Abendstunden, oft vernachlässigt wird.
– Gesunde, ausgewogene Ernährung: Da die Kinder viele unserer Speisen nicht kennen und deshalb oft ablehnen („kenn ich nicht – mag ich nicht“), sind Eingewöhnungsschwierigkeiten beim Essen vorprogrammiert. Das gilt besonders für unsere Gemüsezubereitungen, die Kinder kennen Gemüse meist nur als Rohkost oder Salate. Beliebt, weil bekannt, sind Tomaten und Gurken. Grundsätzlich sollte gelten: Probieren und Kosten ist Pflicht! Statt Süßigkeiten lieber Obst, statt Cola oder Limonade lieber Obstsäfte und Milch.

Auch das gehört zu einem guten Miteinander:
Vermeiden von Anspruchsdenken und Abbau zu hoher materieller Erwartungen an uns. Das bedeutet: die Kinder sollen unseren Alltag kennen lernen und miterleben, dass auch wir für unseren Wohlstand hart arbeiten müssen.
Sinnvolle Auswahl von Geschenken: z.B. gut erhaltene Kleidung, Schuhe, Schulmaterialien, Spiele, Rucksäcke oder Sporttaschen. Sehr wichtig sind die Absprachen der Gastfamilien untereinander, um nicht gegeneinander ausgespielt zu werden und keine Neidgefühle aufkommen zu lassen. Die Kinder bekommen ein kleines Taschengeld vom Verein, über das sie frei verfügen können. So lernen sie, was der Euro bei uns wert ist und ein Euro auch nur einmal ausgegeben werden kann.
Deutliche Unterscheidung zwischen Geschenken und Dingen, die während des Aufenthaltes hier nur benutzt werden können. Besonders jüngere Kinder möchten solche „Leihgaben“ beim Abschied gerne mitnehmen und sind enttäuscht, wenn das nicht geht.
Unterweisung in der Benutzung von sanitären Anlagen, den meisten Stadtkindern zwar vertraut, für Kinder aus einem Dorf, wo das Wasser aus einem Brunnen geholt wird und das „Häuschen mit Herz“ im Garten steht, aber fremd. Erklären unserer Armaturen (Einhebelmischer) und WC (gebrauchtes Toilettenpapier nicht in den Mülleimer) sind oft erforderlich, um peinliche Missverständnisse zu vermeiden. Hinweise, dass bei uns die Waschmaschine Unterwäsche und Strümpfe wäscht und wir sie oft wechseln können, sind meist nötig und oft kontrollbedürftig.
Aufsicht und Unterweisung im Straßenverkehr: das gilt besonders für Kinder aus ländlichen Regionen. Fahrradfahren ist für alle eine große Gefahrenquelle, auch wenn die Kinder sagen, sie könnten es. Sie können unseren Verkehr in 4 Wochen nicht einschätzen lernen. (Wie lange haben unsere Kinder gebraucht, bis sie verkehrssicher waren??) Radfahren nur unter Aufsicht und Begleitung der Gasteltern.
Bei Schwierigkeiten schnelle Kontaktaufnahme zu den Verantwortlichen vor Ort und zum weißrussischen Betreuerteam, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Je schneller, desto besser.

Trotz mancher notwendiger Einschränkungen aber vor allem
Fröhlichkeit und herzliche Zuwendung
Die meisten Kinder machen uns das nicht schwer !

Programm 2016

Programm für Tschernobyl-Kinder und Gastfamilien

vom 27.6.2016 -21.07.2016

27.06.2015   Dienstag                         Ankuft der Kinder                                                                                  ZOB Preetz
Ankunftszeit wird telefonisch bekannt gegeben.

30.06.2016  Donnerstag   09:30                                  Hansa Park

02.07.2016 Sammstag   10:00                   AIDA Kiel . ca dreistündige Führung durch alle  öffentlichen Bereiche des Schiffes und ausgewählte  Kabinenkategorien inkl. Mittagessen

06.07.2016   Mittwoch   15:00                                  Reiten bei Först  inWielen,Gläserkoppel Voltigieren,Reiten,Kutschfahren. Für ein Picknik bitte ein                                                                                     Beitrag der Gasteltern!

13.07.2016  Mittwoch    14:00                  AWO Wendtorf Abenteuerspielplatz

15.07.2016  Freitag        14:00                                 CDU  Probsteierhagen Spielnachmittag

                                                                                 Treffpunkt Irrgarten  Alte Dorfstraße 100

  18.07.2016  Montag   13:00                     Kerzenscheune Krummbek

                                                                  24217 Parkstraße (Kuchen)+Getränke

 —//—-     KEGELN        16:00                  Witt`s Gasthof

                                                                   24217  Krummbek  Im Dorfe 9

21.07.2016                                                                Rückreise  nach Weißrußland

                                                                                 Termin wird telefonisch bekannt gegeben

                                                                                 Die Zahl der Gepäckstücke

                                                                                 1 Koffer + 1 Handgepäck

INITIATIVE TSCHERNOBYL-KINDER
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Am 26. April 2016 ist es 30 Jahre her, dass sich in Tschernobyl die „Nuklearkatastrophe“  ereignete. Vieles hat sich getan seitdem: Umsiedlungsprogramme, Gesundheitsprogramme, verschiedenste Hilfen aus dem Ausland und – streckenweise – internationale Aufmerksamkeit.

Aber wenig hat sich geändert: Ganze Regionen sind unbewohnbar, es sei denn, man nimmt gesundheitliche Risiken in Kauf. Gesundheitliche Folgen der Radioaktivität pflanzen sich fort – auch durch die nachgeborenen Generationen. Der große Umbruch ist immer präsent. Bei der Frage was ich esse, bei der Frage wo ich wohne, bei der Frage, wo meine Kinder eine Zukunft haben könnten.

Radioaktivität ist tückisch. Unsichtbar, unbegreifbar für die Menschen, die es betrifft. Damals, heute – und auch noch nach weiteren 25, 30 oder 50 Jahren – wird die freigesetzte Radioaktivität aus Tschernobyl und Fukushima Menschen schädigen. Langsam. Leise. Unaufhörlich.

Seit 1994 erholen sich Kindergruppen aus der radioaktiv belasteten weißrussischen Tschernobylregion um den Ort Gomel bei uns in Preetz und Umgebung, um ihnen hier die Möglichkeit zu bieten, ihr Immunsystem zu regenerieren.

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Ortsgruppe Husby 2015

Ortsgruppe Husby Aktuell:

Kegeln in Freienwill am 19. Juni 2015

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Ein DANKESCHÖN an die DLRG-Hollmarksee und an die Freiwillige Feuerwehr Freienwill.
Ein schöner Kegeltag mit anschließendem Grillen.

Juni 2015:

Ein Besuch in der „Insel“

Die zweite Woche unseres Aufenthalts in Deutschland hat begonnen. Wie alle anderen Arbeitstage begann dieser Montag wieder mit der Schule. Ausnahmsweise waren wir heute in die Schule nach Satrup eingeladen. Von Husby aus sind wir mit dem Schulbus gekommen, so wie die meisten deutschen Schüler hier. Und den ganzen Vormittag verbrachten wir in der „Insel“, wo Kirsten Biegemann,  die die Gastmutter von einem belarussischen Mädchen ist, tätig ist. Mit einer Tasse köstlichem Tee mit Gummibärchen, hat Frau Biegemann uns über ihre Arbeit in der „Insel“ erzählt; was die Kinder hier machen, wie ihnen geholfen wird. Die belarussischen Kinder waren sehr davon begeistert, dass es so einen Raum in der Schule gibt. „Würden wir hier zur Schule gehen, dann würden wir alle Tage nur in der Insel verbringen“, haben die Mädchen in einer Stimme gesagt. Das Zimmer ist wirklich schön und gemütlich. Man fühlt sich hier wie zu Hause, und sehr entspannt, besonders wenn man es sich bequem in dem Strandkorb macht oder mit dem Hund spielt (leider war der Hund heute nicht da). Heute gab es aber viele Spiele, wie Skibbo, Drecksau oder Hali Gali (obwohl die Wahl kompliziert war, so viele gibt es hier!). Die Mädels haben auch viel geplaudert, verschiedene Geschichten aus ihrem Leben erzählt und gemalt. Ich denke, die ganze Atmosphäre der „Insel“ hat die Mädels noch mehr befreundet und einig gemacht.

(Natallia, 25 Jahre, Deutschlehrerin in Weißrussland, Betreuerin der „Kinder von Tschernobyl“, Ortsgruppe Husby)

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„Diese Schule hat mir sehr gefallen. Da war es sehr lustig und interessant-“ (Anna)

„Es hat mir sehr die Gastfreundlichkeit und angenehme Atmosphäre gefallen.“ (Mascha)

„Mir hat es alles sehr gut gefallen: die Schule, die Räume und besonders die „Insel“ und der OGS-Raum. Wir haben Tee getrunken und verschiedene interessante Spiele gespielt. Es war sehr lustig.“ (Veronika)

„Mir hat diese Schule sehr gut gefallen. Da gab es viel Ungewöhnliches. Ich wollte hier lernen.“ (Lera)

„Unser Ausflug in die Schule hat mir sehr gefallen, weil diese Schule so schön ist. Besonders hat es Spaß in der „Insel“ gemacht.“ (Alina F.)

„Es war sehr lustig da. Da gab es so viele Brettspiele, die wir gespielt haben. Auch war es cool, Billard oder Tischfußball zu spielen.“ ( Alina K.)

„Es hat mir doll gefallen, dass die Kinder während des Unterrichts in die „Insel“ kommen können, um sich zu entspannen, um dort zu spielen oder einfach offen zu sprechen.“ (Katja)

„Der erste Eindruck von der Schule war gut. Es ist sehr gemütlich hier in der „Insel“, die Menschen, die hier arbeiten, sind sehr freundlich und nett. Es hat mir sehr gefallen, dass man dich hier verstehen und beruhigen kann, falls das notwendig ist. Es gibt auch so viele Unterhaltung hier, wie Brettspiele, Billard… Die Schule selbst ist sehr groß, die Schüler sind lebensfreundlich, das ist erhebend.“ (Polina)

 

Frühling 2015:
Elke hat einen Flyer für Gastelternwerbung gemacht: Flyer
Danke.

2015 – Wendtorfer Anzeiger – Arbeiterwohlfahrt

Nun möchte ich noch kurz über besondere Aktionen unseres Ortsvereins berichten: Im Juli hatten wir eine kleine Gruppe von Jungen und Mädchen aus Tschernobyl, die im Kreis Plön bei Gasteltern einige Wochen Erholung finden, in den Naturerlebnisraum zu einem Spiel- und Grillnachmittag eingeladen. Die Kinder haben noch Geschenke mit nach Hause genommen. Die Freude war riesengroß!!

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Ortsgruppe Husby 2014

2014: Die Kinder kommen am 16. Juni 2014. und bleiben bis 8. Juli.

6. März 2014 : Elkes Artikel im Flensburger Tageblatt

16. Juni 2014: 16. Juni 2014 Ankunft

17. Juni 2014: 17. Juni 2014 Begrüßungsfrühstück

26. Juni 2014: 26. Juni 2014 Kieler Woche

26. Juni 2014: 29. Juni 2014 Lindenfest

01. Juli 2014: 01. Juli 2014 Tolkschau

06. Juli 2014: 06. Juli 2014 Scheersbergfest

07. Juli 2014: 07. Juli 2014 Abschiedsabend